#relichat-100

Am kommenden Mittwoch findet der #relichat zum 100. Mal statt.
Zeit zurück und nach vorne zu schauen:

Bereits 2013 hatte Jörg Lohrer, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei rpi-virtuell im Comenius-Institut die Idee zum #relichat, einem Twitterchat zur Religionspädagogik nach dem Vorbild des #edchatDE. Damals war die Zeit offensichtlich noch nicht reif dafür. Mit dem Tweet „Einladung zum #relichat“ startete Karl Peböck, Dozent an der PH Vorarlberg am 22. Februar 2017 sein Dissertationsprojekt über Religionspädagog*innenfortbildung als informelles Lernformat auf Twitter. Diese Initiative von Karl Peböck griff Jörg Lohrer auf und gemeinsam luden sie am 1. März 2017 zum ersten deutschsprachigen #relichat auf Twitter ein. Gleich zu Beginn beteiligten sich auch die beiden deutschen Religionspädagoginnen Elena Gielians und Friederike Wenisch und der Schweizer David Wakefield von der Universität Luzern. Gemeinsam bilden diese fünf seit September 2019 das Kernteam des #relichat.
Seit Beginn des #relichat haben sich etwa 250 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum aktiv beteiligt, insgesamt wurden knapp 22.000 Tweets mit dem Hashtag #relichat abgegeben. Der Account für den #relichat zählt derzeit etwa 850 Follower.

Lebenslanges, vernetztes Lernen

Jeden Mittwoch, von 20 bis 21 Uhr treffen sich Religionspädagog*innen und an Religionspädagogik Interessierte auf Twitter, um unter Verwendung des Hashtags #relichat über ein vorab vereinbartes Thema, strukturiert durch fünf Fragen und geleitet durch zwei Moderator*innen, zu diskutieren und sich auszutauschen. Nun ist Twitter zwar kein Chat, aber durch die Bündelung mit dem Hashtag wird das Medium als offene Diskussionsplattform genutzt. Alle Interessierten können sich ohne formale Zulassungsbedingungen am Diskurs beteiligen, einzige Voraussetzung ist ein Twitter-Account. Vernetztes, lebenslanges Lernen mit digitalen Medien in informellen Lernsettings gibt es so auch für Religionspädagog*innen.

Voneinander profitieren und lernen

Die Dissertation von Karl Peböck ist inzwischen abgeschlossen und der #relichat wissenschaftlich erforscht. Die Ergebnisse stellen dem Projekt ein ausgezeichnetes Zeugnis aus und können als Vorbild für andere Vorhaben dienen:

Im Gegensatz zu herkömmlicher Fortbildung sind bei diesem offenen Fortbildungsformat alle Teilnehmenden zugleich Lernende und Lehrende. Lernen in und mit dem #relichat ist konstruktivistisches Lernen, das auf biografische Erfahrungen und Vorwissen aufbaut und in der Kommunikation mit anderen geschieht.

Es ist informelles, selbstorganisiertes und selbstverantwortliches Lernen und kann als Fortbildung bezeichnet werden, insofern es eine Weiterentwicklung der eigenen religionspädagogischen Praxis bewirken kann.

Lernen geschieht vernetzt in einer Community of Practice. Die sozialen Beziehungen spielen eine wesentliche Rolle für den Fortbestand der Community. Sie werden von den Beteiligten als besonders wertvolle Ressource erlebt.

Neue Projekte

Aus dem #relichat haben sich auch schon neue Initiativen entwickelt:

Im Mai 2019 fand in Saarbrücken das #relicamp, ein Barcamp zur Religionspädagogik statt. 2020 hätte ein weiteres in Salzburg stattfinden sollen. Coronabedingt wurde es als #relichat-BARCAMP virtuell durchgeführt, der Termin in Salzburg ist auf Oktober 2021 verschoben.

Das virtuelle #relichat-CAFÉ ist ein wöchentlicher, lockerer Austausch in einer offenen Videokonferenz jeden Donnerstag um 16:30 Uhr. An jedem ersten Donnerstag im Monat finden in diesem Rahmen offene Fortbildungen der #RUfOERtBILDUNG statt.

Lehren – Lernen – Digitalität ist eine Lernumgebung, die dazu einlädt, Lehren und Lernen unter dem Vorzeichen der Digitalität zu reflektieren und sich in diesem Bereich weiterzubilden. Die Plattform bündelt die Kompetenzen vieler Expert*innen und vernetzt Fortbildungsinstitutionen.

Ausblick

Am 25.11.2020 findet der #relichat zum 100. Mal statt. Die #relichat-Community ist in den Jahren gewachsen und hat ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist. Eine Community of Practice besteht nur, wenn viele sich engagieren und dabei für sich einen persönlichen Gewinn erfahren. Das #relichat-Netzwerk hat sich als tragfähig erwiesen, wird weiter bestehen und noch viele kreative Ideen im Sinne der Religionspädagogik entwickeln.

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